Neues Lernen, neue Lehre? – #idgg13

Dies war das Thema des Impulsvortrags von Prof. Dr. Theo Bastiaens der FernUni Hagen. In seinem Video sprach er die Veränderungen der digitalen Gesellschaft, die neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse und auch Möglichkeiten in der (in)formellen Lehre an. In seinem zweiten Video können Sie seine persönliche Meinung ansehen. Ich möchte an dieser Stelle diskutieren, wie die Schule der Zukunft aussehen könnte, oder eben nicht aussehen sollte:

Heutige Jugendliche haben allgemein ein Selbstverständnis für digitale Medien jeglicher Art. Sie kommunizieren über Smartphones und Internetdienste (WhatsApp, Facebook, Skype,…) schneller und intensiver mit anderen. Prof. Bastiaens sagte dazu in seinem zweiten Video sinngemaß: „Ob intensiver gleich besser ist, sei dahingestellt.“
Ich persönlich sehe  diesen selbstverständlichen Umgang mit neuen Medien zweigeteilt:

Auf der einen Seite bieten sich durch die technischen Möglichkeiten heute eine sehr viel größere Bandbreite an Methoden und Möglichkeiten, Smartphone, Tablet und Co. in der Schule in einem informellen Lernkontext einzubinden. Jedoch müssen Kinder und Jugendliche lernen, wie man diese Medien sinnvoll einsetzen kann. Z.B. wissen 90% aller Kinder, wie man Apps auf einem Smartphone runterlädt – wer käme von ihnen jedoch auf die Idee, mal eine Lernapp runterzuladen und regelmäßig zu verwenden? Hier sind wir Lehrer gefordert! Wir müssen und dürfen unseren Jugendlichen die Chance geben, auch informelle Lernräume zu schaffen und zu nutzen. Wir müssen ihnen klar machen, dass PC und Co. Werkzeuge und nicht immer Spielzeuge sind und dementsprechend genutzt werden können.

Ich denke, dass man auch schon Hauptschülern von der ersten Klasse an, diese so wichtige Medienkompetenz mitgeben soll und das Lehren und Lernen somit an die jugendliche Wirklichkeit, an ihren Alltag, an ihren selbstverständlichen Umgang mit diesen Medien anpassen muss.
Auf der anderen Seite müssen die Kinder auch die Gefahren und Risiken einer allzu sorglosen und intensiven Nutzung neuer Medien kennen lernen und beachten.

Muss – oder besser: darf –  formales Lernen deswegen komplett durch informelles Lernen ersetzt werden? Meiner Meinung nach nicht! Es müssen Grundfertigkeiten und Basiswissen nach wie vor formal gelernt werden. Selbstständiges – auch informelles – Lernen ist wichtig, aber man muss wissen, wie. Jedoch bin ich der Meinung, dass moderne Schule nicht die Augen vor der Realität verschließen darf und sich bewusst sein muss, dass sich die Gesellschaft (immer rascher) verändert. Es wäre illusorisch zu glauben, man könnte als Schule mit traditionellen Methoden – die auch weiterhin durchaus ihre Berechtigung haben können – dem immer früher stattfindenden Einsatzes neuer Technologien entgegenwirken. Das Gegenteil wird der Fall sein. Jugendliche werden hinterfragen, warum im Kunstunterricht noch immer mit Dia- und Overheadprojektor gearbeitet wird, oder warum man im Englischunterricht nicht mal ein Wort aus dem Leo-Online-Wörterbuch (oder der App) übersetzen darf. Was spricht dagegen, wenn SchülerInnen ab einem bestimmten Alter ihre Merktexte und Notizen („hypertextlich“) mit dem Laptop schreiben und eventuell auf einer Lernplattform bereitstellen bzw. diskutieren? Dadurch könnte Unterricht dynamischer und auch aktiver gestaltet werden und in authentische Lernsituationen eingebettet werden.

Bevor ich zu euphorisch werde, möchte ich noch hinzufügen, dass auch „moderne“ Methoden genauso didaktisch überlegt und geplant werden müssen. Vergleiche hierzu das „Instructional Design“ – eine gute Möglichkeit, e-Learning sinnvoll zu implementieren.

Für Feedback bzw. Diskussionsstoff wird wieder gebeten!🙂

Edit (12:52 Uhr): Link zu Prof. Bastiaens Videos hinzugefügt

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